MIgration
Neujahrsansprache 2010
03.01.2010 Abgelegt in:Reinach

Wenn ich dieses, nicht unbedingt erbauliche Thema ins Zentrum meiner Neujahrsansprache gestellt habe, dann aus der Sorge heraus, dass wir uns in den nächsten Jahren unnötigerweise beim Thema Ausländer aufreiben werden. Es gibt zweifellos Probleme, aber diese sind lösbar. Das friedliche Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen in der Schweiz ist für unser Land überlebenswichtig. Keine Gruppierung, keine Partei darf das Thema zur eigenen Profilierung missbrauchen. Nur wenn wir unvoreingenommen handeln und die Probleme beim Namen nennen, werden wir gute Lösungen finden.
Offensichtlich beschäftigt das Thema nach wie vor auch andere Leute. So äussert sich der Arbeitgeberpräsident Thomas Daum in der BaZ vom 5.1.2010 besorgt über die Emotionalisierung der Politik und die Annahme der Minarett-Initiative: BaZ_100105_Daum.
Zum nebenstehenden Bild: «Allah ist der Grösste...» heisst es auf dieser Säule. Und die Säule steht in der katholischen Kirche in Palermo auf Sizilien - seit vielen hundert Jahren. Wieso sollen Christen und Muslime nicht miteinander auskommen können?
Reinacher Gespräche 2008 wiederum ein Erfolg
25.04.2008 Abgelegt in:Reinach

- Die Reinacher Gespräche 2008 waren dem Thema «ausländerfreindlich» – Eine Tagung über den Beitrag der Ausländer zu einer erfolgreichen Schweiz – gewidmet.
Mein Fazit: Eine erfolgreiche Integrationspolitik muss mehr als eine Strategie verfolgen, da es mindesten zwei Gruppen von Ausländern gibt. Die erste Gruppe besteht, vereinfacht gesagt, aus gut ausgebildeten Ausländern, welche meist von grossen Firmen in die Schweiz geholt werden. Diese Arbeitnehmer und ihre Familien bleiben meist ein paar Jahre hier, bevor sie in ihre Heimat zurück- oder in ein anderes Land weiterziehen. Sie sind für unsere Wirtschaft eine absolute Notwendigkeit. Ohne diese Arbeitskräfte könnten viele Firmen nicht erfolgreich überleben. Wir sollten diese Leute aber nicht nur als notwendige Arbeitskräfte und gute Steuerzahler sehen, sondern auch als Chance: Sie bereichern unsern Alltag, geben Einblick in andere Kulturen und Sprachen. Leider nutzen wir diese Möglichkeiten heute noch viel zu wenig. Schon heute leben in Reinach Menschen aus 99 Nationen und dank der International School of Basel sind wir für ausländische Arbeitnehmer sehr interessant. Englisch ist die vierthäufigste Sprache in Reinach! Es freut mich, dass wir rechtzeitig zur Tagung die englische Version der Reinacher Broschüre und unserer Website fertig stellen konnten. Unser Ziel bei dieser Migrantengruppe muss es sein, dass Sie sich hier wohl und willkommen fühlen. Wenn sie eines Tages weiterziehen, soll ihnen der Abschied schwer fallen. Und was mich besonders freut: nicht wenige dieser Ausländer, die eigentlich nur für ein paar Jahre hier bleiben wollten, sind auch nach Jahrzehnten noch hier. Das ist ein Kompliment für Reinach und die Schweiz.
Die andere Gruppe der Migranten ist meist nicht freiwillig hier. Sie sind aus wirtschaftlicher Not gekommen oder vor Krieg und Verfolgung geflüchtet. Oft sind sie nur schlecht ausgebildet und kommen aus schwierigen Verhältnissen. Bei diesen Leuten ist es wichtig, dass sie, falls sie bleiben wollen, möglichst schnell und gut integriert werden. Meist ist der erste und wichtigste Schritt dazu, dass sie unsere Sprache lernen und unsere «Spielregeln» (Gesetze, Kultur etc.) kennen und respektieren. Dabei benötigen sie unsere Hilfe und Unterstützung: fördern und fordern! Verschiedene Referate haben gezeigt: Erfolgreiche Integration ist möglich.
Lesen Sie die Zusammenfassung der Beiträge: Tagungsunterlagen. Hier ein weiterer Bericht zur Situation von Ausländern in der Region: BaZ_080315_Auslaender.
Der Zeitungsbericht dazu: BaZ_080426_Reinachergespraeche.