Familienfreundliche Unternehmenskultur zahlt sich aus

Familie und Beruf müssen sich miteinander vereinbaren lassen. Nationalrätin Jacqueline Fehr zeigte in ihrem Referat an den Reinacher Wirtschaftsgesprächen 2006 auf, welche Rahmenbedingungen dazu nötig sind.

«Vielleicht haben Sie beim Rundgang durch die International School of Basel ebenfalls den Eindruck gewonnen, dass Tagesschulen wertvolle Einrichtungen sind», wandte sich die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr an die versammelten Wirtschafts- und Behördenvertreter in der Aula der ISB in Reinach. Die Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder seien ein wichtiger Standortentscheid für Familien. Familienfreundlichkeit bleibe allerdings ein Schlagwort, wenn keine konkreten Taten folgten. Dazu müssen Staat, Wirtschaft und Eltern ihren Beitrag leisten, so Fehr. Sie warf die These in den Raum, dass eine gute Work-Life-Balance als Motor für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Stabilität wirke. Da heute die meisten Frauen gut ausgebildet seien, könnten sie bei Berufstätigkeit zu einem höheren Steuereinkommen und zur Finanzierung der Sozialversicherungen beitragen. Dass sich familienfreundliche Rahmenbedingungen volkswirtschaftlich lohnen, belege eine Studie des Seco. Allerdings müssten Familien fördernde Massnahmen auch von Firmen unterstützt und zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur erhoben werden. «Es braucht Familien ergänzende Massnahmen und Firmen, die mitmachen», appellierte Fehr. Die nordischen Staaten würden es uns vormachen.

Gemeindepräsident Urs Hintermann betonte, dass auch die Gemeinde ihren Beitrag zur Vereinbarung von Familie und Beruf leiste. Dies beginne bei Blockzeiten in der Schule, über Kindertagesstätten und -krippen bis hin zu Teilzeitstellen in der Gemeindeverwaltung. Gleichzeitig hob er die grosse Bedeutung der ISB für Reinach hervor. Dank der ISB ist Reinach als Wohnort für Expats aus der ganzen Welt attraktiv geworden und Reinach ist ein interessanter Standort für internationale Firmen geworden. Schuldirektorin Lesley Barron erläuterte das Schulsystem. Besonders wichtig für die Philosophie der ISB sei der interkulturelle Austausch unter den Schülerinnen und Schülern, aber auch mit dem schweizerischen Alltag in der Umgebung.