Reinacher Gespräche 2008 wiederum ein Erfolg

  • Die Reinacher Gespräche 2008 waren dem Thema «ausländerfreindlich» – Eine Tagung über den Beitrag der Ausländer zu einer erfolgreichen Schweiz – gewidmet.

Mein Fazit: Eine erfolgreiche Integrationspolitik muss mehr als eine Strategie verfolgen, da es mindesten zwei Gruppen von Ausländern gibt. Die erste Gruppe besteht, vereinfacht gesagt, aus gut ausgebildeten Ausländern, welche meist von grossen Firmen in die Schweiz geholt werden. Diese Arbeitnehmer und ihre Familien bleiben meist ein paar Jahre hier, bevor sie in ihre Heimat zurück- oder in ein anderes Land weiterziehen. Sie sind für unsere Wirtschaft eine absolute Notwendigkeit. Ohne diese Arbeitskräfte könnten viele Firmen nicht erfolgreich überleben. Wir sollten diese Leute aber nicht nur als notwendige Arbeitskräfte und gute Steuerzahler sehen, sondern auch als Chance: Sie bereichern unsern Alltag, geben Einblick in andere Kulturen und Sprachen. Leider nutzen wir diese Möglichkeiten heute noch viel zu wenig. Schon heute leben in Reinach Menschen aus 99 Nationen und dank der International School of Basel sind wir für ausländische Arbeitnehmer sehr interessant. Englisch ist die vierthäufigste Sprache in Reinach! Es freut mich, dass wir rechtzeitig zur Tagung die englische Version der Reinacher Broschüre und unserer Website fertig stellen konnten. Unser Ziel bei dieser Migrantengruppe muss es sein, dass Sie sich hier wohl und willkommen fühlen. Wenn sie eines Tages weiterziehen, soll ihnen der Abschied schwer fallen. Und was mich besonders freut: nicht wenige dieser Ausländer, die eigentlich nur für ein paar Jahre hier bleiben wollten, sind auch nach Jahrzehnten noch hier. Das ist ein Kompliment für Reinach und die Schweiz.

Die andere Gruppe der Migranten ist meist nicht freiwillig hier. Sie sind aus wirtschaftlicher Not gekommen oder vor Krieg und Verfolgung geflüchtet. Oft sind sie nur schlecht ausgebildet und kommen aus schwierigen Verhältnissen. Bei diesen Leuten ist es wichtig, dass sie, falls sie bleiben wollen, möglichst schnell und gut integriert werden. Meist ist der erste und wichtigste Schritt dazu, dass sie unsere Sprache lernen und unsere «Spielregeln» (Gesetze, Kultur etc.) kennen und respektieren. Dabei benötigen sie unsere Hilfe und Unterstützung: fördern und fordern! Verschiedene Referate haben gezeigt: Erfolgreiche Integration ist möglich.

Lesen Sie die Zusammenfassung der Beiträge: Tagungsunterlagen. Hier ein weiterer Bericht zur Situation von Ausländern in der Region: BaZ_080315_Auslaender.

Der Zeitungsbericht dazu: BaZ_080426_Reinachergespraeche.